Buchen

Brauchtum

Die Geschichten der Einzelfiguren & Narrensprüche der Region

Container
Container
Container
Das hohe Kollegium

Stockacher Narrengericht

Das Stockacher Narrengericht ist das älteste Narrengericht seiner Art und geht auf ein Privileg aus dem Jahre 1351 zurück, das anlässlich einer Schlacht im Jahre 1315 ihrem Hofnarr Kuony von Stocken versprochen wurde. Jahr für Jahr gelingt es dem Hohen Grobgünstigen Narrengericht zu Stocken, einen hoch-karätigen Beklagten vor das Narrengericht zu zitieren.

Hans Kuony Stockach

Kuony von Stocken

Der Hofnarr Kuony von Stocken des Herzogs Leopold I von Habsburg soll seinem Herrn im November 1315 vor der Schlacht einen weisen Rat gegeben haben.
"Ihr geratet wohl, wie ihr wollt in das Land Schwyz hinein kommen, jedoch geratet keiner, wie ihr wieder wollt heraus kommen." 
Der Habsburger verlor die Auseinandersetzung, versprach dennoch Kuony zum Dank für den Ratschlag ein Privileg. Dieses erhielt Kuony wohl erst im Jahr 1351 aus der Hand des Herzogs Albrecht II. Das Privileg, das im Original nicht mehr vorliegt, gab den Stockachern das Recht, zwischen Lichtmess und Sonntag Lätare die Niedere Gerichtsbarkeit zu übernehmen. Daraus hat sich im Lauf der Jahrhunderte ein Narrengericht entwickelt.

Kappedeschle

De Kappedeschle

Der Kappedeschle, eine Einzelfigur, fand 1937 Einzug in die Radolfzeller Fastnacht. Inspiriert durch ein Gedicht vom Radolfzeller Pfarrer Sernatinger, das bereits am Fastnachts-Dienstag 1913 in der „Freien Stimme“ veröffentlicht wurde, präsentierte Fritz Kenzler am Bürgerball das erste Mal diese Narrenfigur. 
Der „Kappedeschle“ verkörpert die Geschichte des Xaver Deschle während der Zeit der Badischen Revolution von 1848. Nach einem Fastnachtsverbot bat Deschle einen Preussenkomandanten, doch wenigstens als Narr verkleidet, zum Fenster hinaus schauend Fasnet feiern zu dürfen, was ihm auch genehmigt wurde. Listig zog er sein „Narrenhäs“ an, baute sich einen Fensterrahmen und sprang damit begleitet von einer großen fröhlichen Kinderschar durch die Straßen.

Poppele und Eierwieb

Der Poppele

Leitfigur der Zunft und Schirmherr der Singener Fasnet ist der Poppele, jene Gestalt, die an den historisch belegbaren Popolius Mayer von der Burg Hohenkrähen erinnert, der im 15. Jahrhundert ein Schalk und Tunichtgut gewesen sein muss, so dass er in den Poppelesagen weiterlebte. 

(Links im Bild)

Poppele und Eierwieb

Das Eierwieb

Dem Poppele gesellt sich das Eierwieb zu, dem der Poppele nach der Sage einen Streich spielte, als er die mit einem Korb voller Eier auf dem Weg zum Markt sich befindende Frau als Felsblock getarnt beim Ausruhen störte, so dass die Eier aus dem Korb den Berg hinunterrollten, ohne allerdings dabei kaputtzugehen. Das Eierwieb, das von einem Mann dargestellt wird, tauchte vor dem ersten Weltkrieg nur ab und zu auf.

(Rechts im Bild)

Narrensprüche

Hoorig, Hoorig,

...hoorig isch de säll!
Und wenn de säll  it hoorig wär,
no dät mer it wisse wer hoorig wär,
hoorig, Hoorig, hoorig isch de säll!

Narro, Narro Lumpehund,

...hesch it g'wißt, daß 'Fasnet kunnt?
Hescht dr's Mul mit Wasser gribe,
wär dr's Geld im Beutel blibä!

Dunne i dr Schillers-chrtroß,

....do wohnt de ügle Beck.
Er hängt de Arsch zum Fenster naus, 
mer mont es isch en Weck.
s'isch kon Weck, s'isch kon Weck,
s'isch des Arsch vom Hügle Beck!