Fast das ganze Jahr über erblüht die westliche Bodenseeregion in einem Mosaik aus Farben, Düften und lebendiger Gartenkultur. Diese inspirierende Vielfalt macht das „Grenzenlose GartenRendezvous“ zwischen malerischem Seeufer und den Vulkankegeln des Hegaus erfahrbar. Drei neue Gärten bereichern das Angebot: der verspielte Privatgarten Hein in Stockach-Wahlwies, der altersgerecht angelegte Garten Meßmer in Engen und der Slowflower-Garten BioToPhilie in Singen-Friedingen, wo regionale Schnittblumen angebaut werden. Sie stehen exemplarisch für das, was das GartenRendezvous ausmacht: die lebendige Mischung aus privaten Rückzugsorten, Schaugärten, Parks und Lehrpfaden, die Einblicke in unterschiedliche Gartenwelten ermöglicht – oft verbunden mit persönlichen Geschichten und viel Leidenschaft.
Zwischen Streuobstwiesen und imposanten Baumriesen
Das grenzenlose GartenRendezvous ist Teil des Netzwerks Bodenseegärten, dessen Jahresthema 2026 den „Bäumen am Bodensee“ gewidmet ist. Die stillen Riesen prägen das Bild der Region seit Jahrhunderten. Etwa durch die hier so typischen Streuobstwiesen: Im Frühjahr verwandeln Apfel-, Birn- und Kirschbäume die Landschaft in ein weiß-rosafarbenes Blütenmeer, im Herbst tragen sie üppig Früchte. Streuobstlehrpfade und Sortengärten in Moos, Gaienhofen, Radolfzell, Gailingen und Stockach machen diese Kulturlandschaft erlebbar. Als Lebensraum für viele Vogel- und Insektenarten und als Bewahrer alter Obstsorten sind sie ökologisch wertvoll und zugleich identitätsstiftend für die Region.
Auch markante Einzelbäume und charakteristische Baumgruppen lenken den Blick nach oben: So führt die Allee zur Insel Reichenau wie ein grünes Band auf die UNESCO-Welterbeinsel, die Allee zwischen Radolfzell und Moos verläuft durch das Naturschutzgebiet der Radolfzeller Aachmündung zur paradiesischen Halbinsel Höri. Weitere eindrucksvolle Baumgestalten prägen die Gärten und Parks der Region: Im Seeburgpark Kreuzlingen etwa ist eine prächtige Blutbuche heimliche Trauzeugin vieler Hochzeiten, im Arboretum der Insel Mainau ragt ein Riesenmammutbaum mit rund zehn Metern Stammumfang stolze 45 Meter in den Himmel und im Konstanzer Pfalzgarten beim Münster zieht ein weiterer riesenhafter Mammutbaum in seinen Bann. Der Rosengarten am Untersee in Mammern beherbergt mit einer alten Bergulme eine Seltenheit. Sie ist wegen ihres solitären Standorts von der einst grassierenden Ulmenkrankheit verschont geblieben. Auch in historischen Gartenanlagen wird die Faszination Baum sichtbar: Im Arenenberger Park, der mit Traumblick über den westlichen Bodensee besticht, gestaltete Kaiser Napoleon III. gemeinsam mit seiner Mutter und Persönlichkeiten wie Fürst Pückler mit vielen mittlerweile zu Baumriesen angewachsenen Pflanzungen eine einzigartige Gartenwelt.
Grenzenlose Gartenleidenschaft
Die teilnehmenden grünen Paradiese befinden sich auf deutscher und Schweizer Seeseite und schaffen so grenzenlose Gartenerlebnisse. Stimmungsvoll lassen sie sich auch vom Wasser aus ansteuern: Mit den Kursschiffen der Schweizerischen Schifffahrt Untersee und Rhein geht es etwa von Kreuzlingen und Konstanz durch den Rhein bis nach Schaffhausen. Dort lädt das Kloster Allerheiligen in seinen ruhigen, von historischen Mauern gefassten Klostergarten ein und auch die blühende Fäsenstaubpromenade schafft mit ihren weiten Ausblicken über Stadt und Rhein kleine Auszeiten. Eine herrliche Sicht bietet auch der Klostergarten St. Georgen in Stein am Rhein und lädt mit Blumen- und Heilpflanzenbeeten zum Erkunden ein. Im Kanton Schaffhausen eröffnet sich mit dem Orchideen-Schutzgebiet Tannbüel bei Bargen außerdem ein sensibler Naturraum, in dem viele seltene Pflanzenarten heimisch sind.
Inspiration, Begegnung und besondere Momente
Das grenzenlose GartenRendezvous ist aber weit mehr als ein Blick über den Gartenzaun: Zahlreiche Veranstaltungen laden dazu ein, tiefer einzutauchen, so der Radolfzeller Kräutermarkt am 9. Mai, der den Auftakt zu den genussvollen KräuterWochen am westlichen Bodensee bildet. Auch die Lavendeltage in der Syringa-Gärtnerei vom 19. bis 21. Juni und verschiedene Führungen u.a. im duftenden Heilpflanzengarten von Herbar Floralis in Stockach und im Konstanzer Stiegeler Park machen die vielfältigen Gartenwelten der Region erlebbar. Besonders anschaulich wird es zudem bei Workshops: etwa beim Binden von Slowflower-Sträußen bei BioToPhilie oder bei den Angeboten von Herbar Floralis.
Übrigens: Die Anlagen des GartenRendezvous lassen sich ideal miteinander verbinden – zu Fuß, per Rad oder bei einer herrlichen Schifffahrt über den See. Erstmals findet sich in der GartenRendezvous-Broschüre und auf der Website zudem ein Hinweis bei Gärten, die besonders gut mit dem ÖPNV erreichbar sind.
Weitere Informationen: www.bodenseewest.eu/grenzenloses-gartenrendezvous