Buchen

Weinbau, wo einst
Vulkane brodelten

Keltert in vierter Generation tiefgründige Tropfen: Weinexpertin Lisa Vollmayer

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Unter den Wanderstiefeln knirscht uraltes Vulkangestein. Der Blick schweift über sanft bewaldete Hügelkuppen, die aus geheimnisvollen Nebelschwaben lugen. Die glatte Fläche des Bodensees glitzert in der Sonne und im Hintergrund ragt die kantige Alpenkette auf. Wie ein mächtiger Herrscher wacht der Hohentwiel über diese zutiefst friedliche Szenerie.

Kaum zu glauben, dass hier, bei Singen am Westlichen Bodensee, einst Vulkane brodelten und – Erdzeitalter später – gigantische Gletscher über die Erde hinweggerollt sind. Doch schmecken lässt sich diese Vergangenheit noch heute: in jedem vollmundigen Schluck Wein, der auf dem Hohentwiel angebaut und gekeltert wird.

Lisa Vollmayer bewirtschaftet zusammen mit ihren Schwestern Desiree und Isabell in vierter Generation rund um den erloschenen Vulkan die höchsten Weinbergslagen Deutschlands. Ihr Uropa, der oben neben der berühmten Burgruine lebte und in der Hohentwiel-Gaststätte kochte, fand eines Tages auf dem Dachboden Hinweise, dass es hier früher Weinbau gab und war Feuer und Flamme. 1928 pflanzte er seine ersten Rebstöcke und brachte so den Weinbau wieder zurück an den Hohentwiel. Inzwischen sind daraus auf 15 Hektar zehn Rebsorten geworden, die an rund 66‘000 Stöcken reifen. Dabei verleiht das Vulkangestein allen Tropfen des Weinguts Vollmayer – ob Premium- oder Basic-Wein – eine mineralische Note, die unaufdringlich und elegant den Geschmack unterzeichnet. Seit 10 Jahren wird der Wein biologisch angebaut, denn es ist Familie Vollmayer wichtig, so nachhaltig wie möglich zu arbeiten.

Mitten durch die Weinberge führt übrigens ein Teil des Premiumwanderwegs „Hohentwieler“. Er gehört zum „Hegauer Kegelspiel“, 10 prämierte Wanderrouten rund um die Hegau-Vulkane. Stolz rammen die sechs Urzeit-Riesen ihre steinigen Gipfel gen Himmel und belohnen für teils steile Aufstiege mit majestätischen Ausblicken. Den Entdeckergeist wecken außerdem die beeindruckenden Burgruinen, die – auf den Vulkanen thronend – Zeugen unzähliger Schicksale wurden. 

Auch Lisa Vollmayer erklimmt in ihrer Freizeit gerne einen der geschichtsträchtigen Berge und genießt dann den herrlichen Blick bei einem Gläschen heimischen Weins. Auch wenn sie die Hegau-Vulkane fast ihr ganzes bisheriges Leben vor Augen hatte, ist sie immer noch von der Schönheit der Region beeindruckt. Lisa kann sich keinen besseren Ort zum Leben und Arbeiten vorstellen und gibt diese Freude gerne bei Weinevents oder in der Vinothek des Weinguts weiter. Eindrücklich erlebt man dieses besondere Fleckchen Erde auch bei einer Auszeit in der Weinvilla, die 2018 eröffnet wurde. Beim Bau war es der Familie wichtig, die Natur und den Weinbau mit reinzuholen. So brachte Isabell hinter der Rezeption eine Vertäfelung aus dem altem Rebholz an, das hier gerodet wurde, während ihr Vater Georg daraus eine wunderschöne Garderobe und eine Leuchte aus ausrangierten Fässern baute. Zusammen mit dem Blick in die Weinberge entstand so ein wunderbar stimmiger Ort voller Genuss.

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